Archiv für den Monat: Oktober 2014

Keine ideologisch gefärbte Energiewende!

Die Stiftung Freiheit & Verantwortung und die Vereinigung Pro Libertate luden am 1. Oktober 2014 nach Bern zur Fachtagung „Sinn oder Unsinn der Energiewende“. Top-Referenten kritisierten dabei die allzu optimistisch und unkritische Haltung der Politik bei der Energiewende. Am Anlass wurde der ehemalige Direktor des Bundesamts für Energie, Dr. Eduard Kiener, für seine profunden Argumentation für eine ökologische, sichere und wirtschaftliche Energiepolitik ohne Dogmen ausgezeichnet.

Die Energiewende und die demnächst in den Eidg. Räten behandelte Energiestrategie 2035 strotzt vor Lücken, allzu optimistischen Annahmen und guten Absichten. Der dipl. ETH-Ingenieur Dr. rer. pol. Eduard Kiener war von 1977 bis 2001 Direktor des Bundesamts für Energie. In dieser Funktion setzte er sich stets für eine breit gefächerte, sichere und wirtschaftliche Energiepolitik ein. Für ihn ist das geplante Verbot des Baus neuer Kernkraftwerke überdenkenswert. Technologieverbote und ein überstürzter Ausstieg ohne geeignete Alternativen mögen zwar politischen Druck erzeugen; ein solches Vorgehen schade der Energiewende schlussendlich mehr als es nützt.

Dass die Planung der Energiewende noch massive Denklücken aufweist, darauf machte die Physikerin Dr. Irene Aegerter aufmerksam. Die zunehmende Einspeisung von Strom aus Wind- und Solarkraftwerken ist ein Risiko für das Stromnetz, das keine grossen Schwankungen verträgt. Der Umbau des Stromnetzes in ein sogenanntes Smart Grid ist bislang weder technisch ausgereift noch finanziell gesichert. Erfahrungen aus Deutschland lassen erahnen, dass die Bürokratie in diesem Bereich Überhand nehmen wird, zum Nachteil der Wirtschaft und der Bürgerinnen und Bürger.

Ablehnend gegenüber der Energiewende steht der Basler Wirtschaftsprofessor Silvio Borner. Er warnt vor massiven Kostenfolgen, die u. a. durch den (Aus-) Bau von Pumpspeichern und anderen Speichermedien entstehen. Diese Speicher werden unumgänglich werden, da erneuerbarer Strom aus Wind oder Sonne keine Bandenergie sind, sondern von meteorologischen Bedingungen abhängen.

Im Anschluss an die Fachtagung zeichnete die Stiftung Freiheit & Verantwortung den ehemaligen Bundesamtsdirekor Dr. Eduard Kiener mit einer Urkunde aus. Dies aufgrund seiner weitsichtigen, pragmatischen Energiepolitik, die er während seiner Amtszeit und auch heute nach seiner Pensionierung verfolgt. Seine Expertise stützt sich auf die Bundesverfassung, in der Bund und Kantone für eine breit gefächerte, sichere, wirtschaftliche und umweltverträgliche Energieversorgung und einen sparsamen Energieverbrauch verpflichtet werden. Sein ehemaliger Vorgesetzter, alt Bundesrat Adolf Ogi, bedankte sich in der Laudatio mit persönlichen Anekdoten herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit mit Dr. Kiener. Es ist ein gutes Beispiel dafür, dass produktive Arbeit trotz parteipolitischen Unterschieden und in einem guten persönlichen Verhältnis möglich ist.

Die Stiftung Freiheit & Verantwortung und die Vereinigung Pro Libertate setzen sich für eine undogmatische Energiepolitik ein. Die Energiewende und ihre ideologisch gefärbte Energiestrategie 2035 schaden dem Wirtschaftsstandort Schweiz, machen das Land stärker von Stromimporten abhängig und führen dadurch zu höheren Strompreisen. Beide Vereinigungen sind gegen absolute Technologieverbote. Die Kernenergie sollte somit weiterhin als mögliche Option offen stehen und alte Kernkraftwerke könnten durch modernere ersetzt werden. Dies entspräche wohl eher Vernunft und Ethik, als der sich mit der Energiewende abzeichnende Import von Strom aus Braunkohlekraftwerken oder ausländischen, weit unsicheren Atomkraftwerken.

Für Rückfragen:
Grossrat und alt Nationalrat Thomas Fuchs, Präsident Pro Libertate, Tel. 079 302 10 09