60 Jahre PRO LIBERTATE (1956-2016)

60 Jahre Einsatz für die Freiheit sind noch nicht genug!

Man kann sich fragen, welche Aufgaben PRO LIBERTATE heute noch hat. Ungarn, das Land, welches 1956 Anstoss für die Gründung dieser Vereinigung war, zeigt sich als ein freier und demokratischer Staat. Aus der Ferne gesehen scheint der Einsatz für Freiheit und Demokratie in der Schweiz nicht nötig zu sein, denn wir Schweizer Bürgerinnen und Bürger als Souverän haben im weltweiten Vergleich die besten Möglichkeiten, unsere Lebens- und Rahmenbedingungen mitzugestalten.

Doch blickt man etwas genauer hin, stellt man fest, dass es viele schleichende Tendenzen gibt, die einen Abbau unserer Freiheitsrechte fördern: Angefangen
mit einem Bundesgericht, das uns Bürgern eine direkte Mitsprache bei Einbürgerungen
abspricht. Bundesrat und Parlament, welche die Masseneinwanderung trotz
Verfassungsauftrag nicht beschränken wollen, und die alles versuchen, um unser Land in
die EU zu führen. Eine Medienlandschaft, die auch am Spiel der Macht teilhaben will und
mehr indoktriniert als informiert. Eine Armee, die ihre Wurzeln verliert, sich immer
stärker vom Milizprinzip entfernt, deren Führung lieber auf internationalem Parkett mitmischelt, um dort Lorbeeren zu kassieren. Die linke Gesellschaftsordnung
mit ihrem Gleichheitsfanatismus, die sich spinnennetzartig über die Schweiz ausbreitet, eine klare Sicht verhindert, Eigentum umverteilt, Staatsaufgaben erweitert,
eine Neidgesellschaft fördert, zerstört unsere Freiheit und führt in den wirtschaftlichen
Ruin.

All diese Entwicklungen gilt es zu verhindern und umzupolen. Eine erfolgreiche Schweiz hat nur Bestand, wenn die Bürgerinnen und Bürger die Freiheit und die Möglichkeiten haben, die Verantwortung für die Familie selbst zu tragen, ihre Talente kreativ und gewinnbringend einzusetzen, und nicht durch hohe Steuerlast oder aufgeblähte
Bürokratie behindert werden. PRO LIBERTATE muss sich weiterhin für die Grundwerte
Freiheit, Demokratie und Menschenwürde einsetzen.

Thomas Fuchs, a/Nationalrat und Grossrat,
Präsident Schweizerische Vereinigung PRO LIBERTATE

Auf den Spuren von Grimm, Lenin, Trotzki

ZIMMERWALD: Eine Ausstellung im Regionalmuseum Schwarzwasser, Vorträge, Tagungen und ein neues Geschichtsbuch: Das Jubiläum «100 Jahre Zimmerwalder Konferenz» stösst auf breites Interesse. Die Gemeinde Wald leistet aktiv Beihilfe zur Aufarbeitung des bedeutungsvollen Ereignisses.

Der Dorfplatz von Zimmerwald ist heute Parkplatz und Postautohaltestelle, zum Beispiel für Kundinnen und Kunden der Ersparniskasse Rüeggisberg und der Gemeindeverwaltung Wald, die hier an der Kirchstrasse 5 ihre Sitze haben. Vor hundert Jahren wurde an diesem Ort Weltgeschichte geschrieben: Vom 5. bis 8. September 1915 trafen sich führende Köpfe der sozialistischen Internationale zur Friedenskonferenz, unter ihnen Robert Grimm, SP-Politiker und Chefredaktor der «Berner Tagwacht», und die russischen Revolutionäre Wladimir Iljitsch Lenin und Leo Trotzki.

Die damalige Konferenz fand nicht auf dem Parkplatz statt, sondern getarnt als Ornithologische Gesellschaft in lauschigen Gaststätten rund um die Pension Séjour. Die Pension, die später als «Lenin-Haus» in die Chronik einging, wurde 1971 abgebrochen. Die Gaststätten stellten ihren Betrieb ein. Vor Ort hat das Ereignis keine Spuren hinterlassen, auch wenn es in der Folge Geschichtsbücher füllte. Vom 3. Mai bis 22. November gibt es im Regionalmuseum Schwarzwasser eine Sonderausstellung zur Zimmerwalder Konferenz. In Bern finden dazu Tagungen und Workshops statt; der eigentliche Gedenkanlass ist für 5. September in Zimmerwald geplant.

Die Gemeinde Wald, durch die Fusion der früheren Einwohnergemeinden Englisberg und Zimmerwald sowie der Schulgemeinde Wald 2004 entstanden, tat sich schwer mit ihrem geschichtlichen Erbe. Die Verwaltung von Zimmerwald erhielt immer wieder Zuschriften aus dem Ostblock mit Solidaritätsbezeugungen an die hiesigen «Genossen Gastgeber», denen diese Art von Fanpost jedoch zuwider war. Die Korrespondenz füllt zwei Bundesordner, die der heutige parteilose Gemeindepräsident Fritz Brönnimann der Öffentlichkeit zugänglich gemacht hat.

Positionsbezüge im Kalten Krieg
Der Kalte Krieg tobte gerade auch in Zimmerwald: 1965 führte die rechtsbürgerliche Vereinigung Pro Libertate in Zimmerwald eine «Gegenkonferenz» durch, um die Ereignisse von 1915 aus ihrer Sicht zu kommentieren. Die Gemeinde hatte einen Passus «zum Schutz des gesunden Wohnens» in ihrem Baureglementverankert, um Gedenkstätten und das Anbringen von Gedenktafeln zu unterbinden. Ein Vorstoss im Grossen Rat zur Erhaltung des «Lenin-Hauses» blieb erfolglos. In einer Stellungnahme an den Regierungsrat verteidigte der Gemeinderat von Zimmerwald 1971 den Abbruch, sei doch das Errichten einer Gedenkstätte ohnehin aussichtslos. Die einheimische Bevölkerung hätte eine solche als dauernde Provokation und öffentliches Ärgernis empfunden. Selbst eine Gedenktafel kam für die Behörde nicht infrage. Als  «Aussenreklame» hätte diese den Verkehr an der stark befahrenen Achse gestört.

>> Artikel im Berner Landbote

Quelle: Berner Landbote

Ein Ber(li)ner

Das Denkmal liegt auf fast 900 Meter über Meer, ist aus Stein, rund 1,5 Meter hoch und 80 Zentimeter breit. Und es steht dort, wo man es nicht erwarten würde: auf dem Chutzen, dem höchsten Punkt auf dem Belpberg in Bern.

kennedy-gedenkstein«In ehrendem Andenken dem unvergesslichen Präsidenten der USA, John F. Kennedy, gewidmet 23. Oktober 1964», steht darauf geschrieben. Kennedy selber war nie auf dem Chutzen und so schrieb die Berner Zeitung zu seinem 50. Todestag: «Alles in allem ergeht es John F. Kennedy auf dem Belpberger Chutzen etwa so, wie es dem Chutzen in den USA ergeht: Er ist kein grosses Thema. Allerdings gibt es in den USA keinen Gedenkstein für den Chutzen, das ist der Unterschied.»

Bleibt die Frage: Wie kamen Kennedy und der Chutzen zu diesem Denkmal? Gesponsert wurde es von der Vereinigung Pro Libertate, die als Reaktion auf die Niederschlagung des ungarischen Volksaufstands 1956 in Bern gegründet wurde. In der eisigen Stimmung des Kalten Krieges sah die Vereinigung in Kennedy ein Symbol der Freiheit – und würdigte ihn deshalb 1964 anlässlich der Gedenkfeier zum Jahrestag des Aufstandes mit diesem Denkmal.

Quelle: (se) Transhelvetica – Schweizer Magazin für Reisekultur

Ernst Ulrich, der Chutzen und JFK

Vor 50 Jahren starb John F. Kennedy. Auf dem Chutzen auf dem Belpberg erinnert ein Denkmal an den ermordeten US-Präsidenten. Anwohner Ernst Ulrich kennt die Geschichte.

Alles in allem ergeht es John F.Kennedy auf dem Belpberger Chutzen etwa so, wie es dem Chutzen in den USA ergeht: Er ist kein grosses Thema. Allerdings gibt es in den USA keinen Gedenkstein für den Chutzen, das ist der Unterschied. Und so kommt es, dass Ernst Ulrich hin und wieder auf John F. Kennedy angesprochen wird. Der Chutzen ist vor allem wegen seines Restaurants bekannt und wegen der schönen Aussicht ins Aaretal und auf die Berge. Ulrich, der die 60 hinter sich hat, ist der Besitzer des Restaurants. Bis vor wenigen Jahren wirtete er noch selber. Ulrich hat quasi sein ganzes Leben auf dem Chutzen verbracht.

Initiant Max Mössinger (hinten in der Mitte) und die Anwesenden bei der Einweihung des JFK-Steins 1964. Vorne steht der damals 12-jährige Ernst Ulrich (Bild: zvg)

Initiant Max Mössinger (hinten in der Mitte) und die Anwesenden bei der Einweihung des JFK-Steins 1964. Vorne steht der damals 12-jährige Ernst Ulrich (Bild: zvg)

Der Gedenkstein
Ein schöner Morgen auf dem Belpberg. Ulrich sitzt in der Gaststube und trinkt Kaffee. Er öffnet ein Fotoalbum und zieht ein Schwarzweissfoto hervor. Es ist 49 Jahre alt, sieben Personen sind darauf zu sehen. Und ein Gedenkstein mit schwarzer Inschrift. «Jetzt kann man sie nicht mehr so gut lesen», sagt Ulrich, steht auf und macht sich auf den Weg. Es ist ein kurzer Weg, vielleicht hundert Meter.

In die nackte Wiese wurde der Stein vor 49 Jahren gesetzt. Jetzt wird er von Blättern und Nadeln verdeckt, er steht im Schatten einer Tanne. Dem Granit hat die Zeit nichts anhaben können, so kann man mühelos lesen: «In ehrendem Andenken dem unvergesslichen Präsidenten der USA., John F. Kennedy, gewidmet 23.Oktober 1964, Vereinigung Pro Libertate.» Am 22.November ist es 50 Jahre her, dass Kennedy in Dallas ermordet wurde.

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